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... der Sache auf den Grund gehen

Month: Oktober 2011

Urgermanische Sprachpflege

Die NPD hat einen etwas „eigenartigen“ Gesetzesentwurf in den sächsischen Landtag eingebracht. Wie der sprachlog berichtet, behandelt der Antrag die gewollte „Säuberung“ von Anglezismen in Regierung und Verwaltung. Dafür hat die NPD folgenden Antrag gestellt:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, darauf hinzuwirken, in ihrem Verantwortungsbereich keine unnötigen Anglizismen mehr zu verwenden und der Sprachverhunzung durch „Denglisch“ den Kampf anzusagen. Dies betrifft den internen und externen Schriftverkehr ebenso wie Publikationen und Internetauftritte. [Sächsischer Landtag, Drucksache 5/5834, PDF]

Der Grünen-Abgeordnete Miro Jennerjahn lädt darauf hin – in seiner Rede – zu einer amüsanten Reise durch die Sprachgeschichte Deutschlands ein. So sollte man mit Anträgen des Kalibers der NDP umgehen: sachlich, präzise, begründet und vor allem entwaffnend!

 

Notiz: Bundestag lädt Behinderte wieder aus

Zur zentralen Veranstaltung „Menschen mit Behinderung im Deutschen Bundes“ am 2. und 3. Dezember sollten der Dialog mit Politikern zur Umsetzung der UN-Berhindertenrechtskonvention stehen.

„Ziel einer Auftaktsitzung, Diskussionen in Arbeitsgruppen und einer abschließenden Sitzung im Plenarsaal war es, „ein gemeinsames Signal für die Bereitschaft zur Inklusion und zur Überwindung von Barrieren in allen Lebensbereichen auszusenden.“

Nun wurde bekannt gegeben, dass die 300 eingeladen Gäste wieder von der Plenarsitzung ausgeladen wurden. Begründung war (Achtung!), dass unter ihnen 100 Rollstuhlfahrer waren und so die Sicherheits- und Brandschutzbestimmen nicht erfüllt werden konnten. Wer hätte nur gedacht, dass es sowas wie Rollstühle überhaupt gibt?!

Quelle: kobinet e.V., fefe

Ohne Worte: Keine Antworten

Lesen und staunen…

„Baudoin Prot, der Chef von BNP Paribas, der größten französischen Bank, hat die Handelsblatt-Redakteure Nicole Bastian und Robert Landgraf vor vier Wochen zum Interview empfangen. Anschließend wurden die Antworten von Baudouin Prot mehrfach überarbeit und schließlich zurückgezogen. Angesichts der aktuellen Lage im Bankensektor wollte man sich nicht mehr äußern. Das Handelsblatt dokumentiert ein Interview ohne Antworten – stellvertretend für eine Geldelite, der es die Sprache verschlagen hat.“ (Handelsblatt)

 

Handelsblatt: Herr Prot, Krisenstimmung überall in Europa, wie sieht die Lage an den Finanzmärkten derzeit wirklich aus?

Baudouin Prot:

Das soll optimistisch klingen, aber vertrauen Sie wirklich den Äußerungen einzelner Staatschefs, dass sie ihre Haushalte in Ordnung bringen? Wir denken zum Beispiel an Italien.

Prot:

Aber die Politik hat reagiert, nicht agiert. Wurden die jüngsten Sparbemühungen nicht gerade von den Märkten erzwungen?

Prot:

Traut der Markt den Italienern wieder, oder helfen derzeit nur die Staatsanleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen in Grenzen zu halten?

Prot:

Handelsblatt: Auch Frankreich hat seine Probleme. Sind Sie sich sicher, dass Ihr Land weiter die Bonitäts-Bestnote „AAA“ behält oder, genauer gesagt, behalten darf?

Prot:

Die französische Haushaltsministerin Valerie Pecresse hat schon davon gesprochen, dass ein schlechteres Rating das Land etwa fünf Milliarden Euro jährlich kosten würde.

Prot:

Können Sie angesichts der Diskussionen um das wackelige Rating und die Probleme der französischen Bankenindustrie überhaupt noch ruhig schlafen?

Prot:

Wie wird das Wirtschaftswachstum in Europa künftig ausfallen? Womit plant und rechnet Ihr Institut?

Prot:

Sie sprachen von einer Überreaktion der Märkte. Aber die Banken trauen sich doch auch untereinander nicht und legen ihr Geld lieber bei der EZB an. Warum?

Prot:

Aber Sie könnten es doch an andere Banken verleihen.

Prot:

Haben Sie nun Vertrauen in die Bankindustrie oder nicht?

Prot:

Haben Sie das auch in den vergangenen Jahren so gehandhabt?

Prot:

Falls es anders kommt: Besitzt BNP Paribas einen ausreichend großen Liquiditätspuffer?

Prot:

Aber steckt die Bankenindustrie nicht in einer ähnlichen Situation wie vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren?

Prot:

Irgendwie drängt sich nach Ihren Worten das Gefühl auf, die Europäer haben das schlechte Image und die Amerikaner die Probleme. Ist das wirklich so?

Prot:

Was hat die ehemalige französische Finanzministerin und heutige Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, mit den Äußerungen über einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 200 Milliarden Euro für Europas Banken bewirkt?

Prot:

Können Sie sich vorstellen, warum Frau Lagarde als neue Chefin des IWF vom Saulus zum Paulus wurde?

Prot:

Trotz allem – werden wir angesichts der neuen Aufsichtsregeln nach Basel III nicht notgedrungen Kapitalerhöhungen bei allen Banken sehen?

Prot:

Stellt es die Investoren zufrieden, wenn sie künftig keine oder nur eine kleine Dividende bei ihren Bankaktien verdienen?

Prot:

Lässt sich das jetzige Dividendenniveau durchhalten, wenn die Belastungen aus dem Engagement in Staatsanleihen zu groß werden?

Prot:

Schreiben Sie Ihr Griechenland-Engagement aus Vorsichtsgründen auf den Marktwert von 50 Prozent ab – oder nehmen Sie die 21 Prozent als Maßstab, die von den Buchprüfern gefordert werden?

Prot:

Was passiert mit den Anleihen, die erst nach 2020 fällig werden und nicht Teil des Hilfspakets sind?

Prot:

Würden in der augenblicklich schwierigen Lage Euro-Bonds Erleichterung bringen?

Prot:

Wie groß ist die Gefahr, dass die Euro-Zone auseinanderbricht?

Prot:

Glauben Sie, dass die EZB langfristig Staatsanleihen kaufen muss?

Prot:

Wollen Sie die Mittelstandsbank IKB übernehmen oder liegt der geplante Kauf angesichts der Turbulenzen auf Eis?

Prot:

Grundsätzlich: Macht es Sinn, in schwierigen Zeiten eine Bank zu kaufen?

Prot:

Lassen Sie uns den Versuch unternehmen, optimistisch zu sein: Wann werden die Zeiten wieder besser?

Prot:

Herr Prot, wir danken Ihnen für das Interview.

Quelle: Das Interview ist auch hier zu finde: Klick!


Paul Collier – „bottom billion“

Da ich ja erstens immer auf der Suche nach Literatur zum Thema Entwicklungspolitik, Wirtschaftsgeschichte und den allgemeinen Makroprozessen der Weltwirtschaft bin; und man mich zweitens als eines großer Fan von  TED-Talk ansehen kann, bin ich auf Paul Collier und dessen Buch „Die unterste Milliarde“ (dtv-Verlag) gestoßen.

Paul Collier studies the political and economic problems of the very poorest countries: 50 societies, many in sub-Saharan Africa, that are stagnating or in decline, and taking a billion people down with them. His book The

Bottom Billion identifies the four traps that keep such countries mired in poverty, and outlines ways to help them escape, with a mix of direct aid and external support for internal change.

From 1998 to 2003, Collier was the director of the World Bank’s Development Research Group; he now directs the Centre for the Study of African Economies at Oxford, where he continues to advise policymakers

„Die unterste Milliarde“ ist ein wirklich bemerkenswertes Buch, das zwar nicht viele grundlegenden Theorien wirklich selbst neu aufwirft, aber dennoch hochinteressant und einfach zu lesen ist. Es stellt eine gute Zusammenfassung dar, um zu begreifen warum manche Entwicklungsländer sich entwickeln und andere – wie er es nennt – in verschieden artigen „Fallen“ gefangen bleiben. Hier findet ihr eine Zusammenfassung vom Inhalt des Buches.

Passend dazu habe ich auf TED.com einen Talk mit Paul Collier gefunden, bemerkenswerte Denkanstöße wie ich finde.

Der Staatstrojaner in 3 1/2 Minuten erklärt

Seit ein paar Tagen ist bekannt, dass der „Staatstrojaner“ vom CCC (Chaos Computer Club) geknackt wurde. In diesem kurzem Video werden die Einzelheite darüber zusammengefasst und auch für Computer-Laien verständlich erklärt.


 

via

Die rassistische „Verbrecherglaskugel“

Laut diesem Dokument (PDF) arbeitet das amerikanische Heimatschutzministerium an einem neuen umstrittenen Projekt. Die Software FAST (Future Attribute Screening Technology) ist eine Software, die Straftät ausfinden machen soll, bevor sie überhaupt eine Straftat begehen – sozusagen präventiv „vorauszusortieren“.

Es sollen schon öffentliche Tests des Prototypen stattfinden . Das wirklich problematische im Vergleich zu Methoden wie der Rasterverhandung, das dies in Echtzeit stattfinden kann. Der integrierte Algorithmus greif auf Faktoren wie Geschlecht, Alter, Stimmschwankungen, Atemfrequenz und Puls zu; aber auch auf ethische bzw. religiöse Zugehörigkeit. Zur Datenerfassung werden hierbei zusätzlich noch Kameras, Mikrofone und verschiedene Sensoren angewandt.

Somit können Menschen an spezifischen (sensiblen) Stellen z.B. Flughafen gescannt werden und eine zukünftige Straftat „festgestellt“ werden. Personen werden dann Verbrechen einfach unterstellt, die sie in der Zukunft gehen könnten. Nur basierenden auf der Software. Wohin das führen könnte ist wohl jedem klar.

Quellen: zdnet.de (Bild), de.engadget.com

 

 

off topic: Occupy Wall Street

Right Here All Over (Occupy Wall St.) from Alex Mallis on Vimeo.

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