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Tag: Politik

Das können Sie alles Senden

Man kann über Ministerpräsident Horst Seehofer halten was man will – vor allem durch seine eher gewöhnungsbedürtigen Ausflüge ins Web 2.0. Aber das er uns dieses Video-Interview ja fast schon schenkt ist einmalig – jedenfalls soweit ich mich erinnern kann.

Das aufgezeichnete  Interview im ZDF mit Klaus Kleber war schon vorbei, als das übliche Nachgespräch (was normalerweise nicht gezeigt wird) beginnt. Das zuvor aufgezeichnete Interview erfand das Rad wirklich nicht neu, eher das übliche “Politiker-bla-bla”. Deshalb versuchte auch Klaus Kleber meines Erachtens sehr hartnäckig Seehofer aus der Reserve zu locken. Aber erst im Anschluss an das eigentlich Interview merkte man, dass Seehofer scheinbar wirklich dahinter steht, was er zuvor gesagt hatte. Die Statements bleiben weiterhin nicht gerade zielführend, doch zeigen sie, dass Seehofer – sobald die Kamera aus ist – seine Meinung nicht ändert.  Man bekommt das Gefühl, dass sich Seehofer für nichts schämt und Kleber versichert, er kann “Alles zeigen”.

Nur bleibt die abschließende Frage bestehen: Alles nur Show? – Aber bildet eure eigene Meinung

(via)

Urgermanische Sprachpflege

Die NPD hat einen etwas “eigenartigen” Gesetzesentwurf in den sächsischen Landtag eingebracht. Wie der sprachlog berichtet, behandelt der Antrag die gewollte “Säuberung” von Anglezismen in Regierung und Verwaltung. Dafür hat die NPD folgenden Antrag gestellt:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, darauf hinzuwirken, in ihrem Verantwortungsbereich keine unnötigen Anglizismen mehr zu verwenden und der Sprachverhunzung durch „Denglisch“ den Kampf anzusagen. Dies betrifft den internen und externen Schriftverkehr ebenso wie Publikationen und Internetauftritte. [Sächsischer Landtag, Drucksache 5/5834, PDF]

Der Grünen-Abgeordnete Miro Jennerjahn lädt darauf hin – in seiner Rede – zu einer amüsanten Reise durch die Sprachgeschichte Deutschlands ein. So sollte man mit Anträgen des Kalibers der NDP umgehen: sachlich, präzise, begründet und vor allem entwaffnend!

 

Internet-Entzug à la Kaude(é)r

Es ist fast schon atemberaubend in welcher Taktung Volksvertreter Vorschläge zum Thema “Verbrechenssumpf Internet” machen. Auch hier geht wie bei so vielem leider wieder Quantität vor Qualität. Jetzt kommt wieder eine neue Offensive seitens Sigfried Kauder.

” Seine Idee: Ein Warnmodell, bei dem Rechteinhaber sich bei den Providern über Copyright-Sünder beschweren. Erst gibt es einen Hinweis, im wiederholten Fall dann Internet-Entzug – ganz ohne Gerichtsverfahren “

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass wie in Frankreich das sogenannte Three-Strikes-Modell eingeführt werden soll. Auf den Punkt gebracht soll, wer im Internet Urheberrechte verletzt, der Zugang zum Netz gesperrt werden. Er wolle in spätestens acht Wochen einen Gesetzentwurf vorlegen, um Urheberrechtsverstöße ahnden zu können, sagte er ZEIT ONLINE. Doch solche Netzsperren sind aus mehreren Gründen umstritten.

“Der freie Zugang zum Netz gilt Einigen bereits als neues Grundrecht, da viele Menschen sich inzwischen ausschließlich über das Internet informieren. Einer ganzen Familie den Zugang zu sperren, weil der minderjährige Sohn illegal Inhalte heruntergeladen hat, gilt vielen als zu heftiger und damit unverhältnismäßiger Eingriff. So haben beispielsweise die Vereinten Nationen solche Sperren verurteilt, da sie gegen Meinungs- und Pressefreiheit verstoßen würden. “

Für mich riecht das eindeutig wieder nach einem unqualifizierten Schnellschuß, der das Themengebiet Internet wieder in den Fokus der Öffentlich- weg von der Piratenpartei – in Bezug auf die CDU rücken soll. Die ist aber schon bei oberflächlicher Betrachtung deutlich schiefgegangen. Somit kommt das wichtige Themengebiet Internet wieder nur zu einer “Parteipolitischen-Spielwiese”, wo sich “die Kinder” zanken und sich kaum um den richtigen Umgang scheren – ganz zu Schweigen von Inhalten.

Update: Eine sehr gute Zusammenfassung ist auf Zeit.de erschienen!

 

 

Quellen: Spiegel.de, Zeit.de, Bundestag.de

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