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... der Sache auf den Grund gehen

Month: Januar 2011

„Das Achte Weltwunder“

Wie weit die Schere zwischen arm und reich schon auseinander klafft sieht man hier sehr schön. Eine neue Art der Veranschaulichung dieses Problem unserer Tage.

At a press conference Tuesday, the World Heritage Committee officially recognized the Gap Between Rich and Poor as the “Eighth Wonder of the World,” describing the global wealth divide as the “most colossal and enduring of mankind’s creations.”

“Of all the epic structures the human race has devised, none is more staggering or imposing than the Gap Between Rich and Poor,” committee chairman Henri Jean-Baptiste said. “It is a tremendous, millennia-old expanse that fills us with both wonder and humility.”

“And thanks to careful maintenance through the ages, this massive relic survives intact, instilling in each new generation a sense of awe,” Jean- Baptiste added.

Gap Between Rich And Poor Named 8th Wonder Of The World

Gute Ernte, trotzdem Hunger?!

Da Entwicklungsländer immer mehr dazu „genötigt“ werden ihre Anbauflächen für die Produktion für den Weltmarkt zu nutzen, bleibt der Eigenbedarf allzu oft auf der Strecke. So müssen diese Länder schlussendlich sogar noch Lebensmittel teuer importieren, um eine gewisse Versorgung der eigenen Bevölkerung überhaupt zu ermöglichen. Paradox.

Eine zentrale Rolle nimmt das Getreide ein, wenn es um die Grundversorgung der Menschheit mit Nahrung geht. Zwischen 1996 – 2005 stieg die Getreideproduktion aber nur um knapp über 6 Prozent, während parallel die Weltbevölkerung um mehr als 10 Prozent wuchs; und bei dieser Tatsache ist auch kein Gegentrend zu erkennen. Die landwirtschaftliche Erträge stagnieren in den Industrieländern, aber auch in den Entwicklungsländer hat sich die Zuwachsrate verlangsamt.

Dennoch gab es laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO) im Jahr 2009 die zweitbeste Getreideernte aller Zeiten. Somit könnte man meinen, dass sich doch etwas in Sachen „Hunger“ verbessert – doch weit gefehlt. Es fehlt dank den globalen Krisen Geld, um an Lebensmittel zukommen. Anstatt für sich selbst zu produzieren und nur einen potentiellen Produktionsüberschuss auf dem Weltmarkt anzubieten, wird meist die gesamte Produktion auf den Weltmarkt angepasst; um später wieder einen Teil (teuer) zu reimportieren.

In Ländern mit niedrigen Einkommen werden 46 Prozent des Haushaltseinkommen für Nahrungsmittel ausgegeben, unter den Ärmsten sogar bis zu 80 Prozent. In reichen sind es dagegen nur 12 Prozent.

Wie soll dieses Problem des Hunger beseitigt werden, bzw. wie soll der immer weiter wachsende Hunger gestillt werden? Hier sind mögliche „Ansätze“, wie es eigentlich nicht geschehen sollte:

  • „Genmanipulation“ durch multinational Konzerne wie Monsanto
  • Im groß-industriellen Maßstab Agrarbau betreiben; führt einerseits zur Zerstörung der Umwelt und zweitens zur Arbeitslosigkeit vieler Menschen
  • Mögliche Subventionen bzw. Einfuhrzölle; zerstören nur den („fairen“) Wettbewerb und benachteiligen in starken Maße „schwächere“ Nationen am Weltmarkt partizipieren zu können und ihre eigene Bevölkerung zu fairen Preis ernähren zu können

Vor allem der letzte Punkt zeigt eines der Hauptprobleme: Die Abhängigkeit von Entwicklungsländer von Nahrungslieferungen aus den Industrieländern. Das liegt besonders daran, dass sie sich viel schlechter als z.B. die USA/EU vor herunter subventionierten Importen schützen können. Zwar ist immer die Rede von Aufweichung von schädlichen Handelsbarrieren, doch gilt dies scheinbar nur für die Entwicklungsländer und die Industrieländer blockieren weiter ungehindert.

Nötig wäre vielmehr eine Regulierung des Handels, die auf Ernährungssouveränität basiert, das heißt auf dem Recht, den eigenen Binnenmarkt zu schützen, um eine ökonomische, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

In so einem „Abkommen“ müssten festgelegt werden, dass vor allem benachteiligte Entwicklungsländer Anspruch auf bevorzugten Zugang haben, sobald sich zeigt, dass steigende Exporte den Kleinbauern zugutekommen und nicht die benachteiligten Verbraucher bestrafen.

Nur eine auf „Ernährungssouveränität“ basierende Landwirtschaftspolitik und der globalen Regulierung des Handels würde die Möglichkeit bieten, die Menschen zu ernähren. Z.b. ist die Spekulationsmöglichkeit auf Lebensmittel ein Spiel mit dem Feuer. Man kann sogar sagen, ein Spiel um Leben und Tod, wenn Preise künstliche in die Höhe getrieben werden und mit Nahrung spekuliert wird. Anderseits sollte jedes Land wenigstens eine Mindestreserve an Lebensmittel vorhalten (bzw. sollte ermöglicht werden), um Schwankungen in der Ernte etc. kompensieren zu können. Grundlegend muss sich auch etwas am gesamten Lebensstil von uns allen ändern. Durch den enormen Konsum von v.a. Fleischprodukte werden Unmengen an Ressourcen verbraucht, die irgendwann einfach nicht mehr ausreichen werden, um den Jetzt-Zustand zu erhalten.

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Quelle: Atlas der Globalisierung 2010, Forum für internationale Agrarpolitik, Jahresbericht der Welthungerhilfe 2008

Links:
  • Welthunger-Index 2009 (welthungerhilfe.de): Statistiken und Daten, interaktive Schaubilder, besonderen Bezug „Die Rolle der Frau“
  • UN World Food Program: Allgemeine Einführung und Information über die weltweite Hungerbekämpfung

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